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Mittwoch, 1. 6. Der Tag vergeht mit Segel rauf, Segel runter, der Wind wechselt ständig. Die Küste südlich von Trani ist dicht bebaut. Ab und zu sieht man einen Trulli. Kurz nach fünf erreichen wir Monopoli, das berühmte Gesellschaftsspiel stammt aber nicht von hier. Die Hafenmole ist dicht belegt mit Fischerbooten, das Schweizer Ehepaar von gestern liegt schon im Päckchen. Auf der anderen Seite des Hafens gibt es eine lange Kaimauer als möglicher Anlegeplatz. Sie ist allerdings nicht für Segler gedacht so hoch, dass ich nicht raus kann um uns festzumachen. Rainer hat längere Beine und schafft es gerade so. Dieser Liegeplatz macht einen Landgang unmöglich, aber der Blick über den grossen Fischerhafen ist ganz nett. Neben uns liegt eine grosser rostiger "Seelenverkäufer", genau so sahen die Schiffe aus, mit denen vor einigen Jahren Tausende vob Albanern nach Italien flüchteten. Donnerstag, 2.6. An der Hafeneinfahrt steht ein riesiges Monument, es stellt ein 50 Meter hohes Ruderblatt dar und ist dem "italienischen Seemann" gewidmet. Gegenüber auf der anderen Seite des Hafen des markiert eine grosse Säule das Ende der Via Appia der Römer. Ursprünglich waren es mal zwei, die andere steht heute in Lecce und nur noch der Sockel ist hier verblieben. Mit einer kleinen Fähre fährt man von der Lega Navale in die Stadt. Auf dem Corso Garibaldi (die Rennstrecke von Brindisi) herrscht Leben, ganz Brindisi scheint unterwegs zu sein. Aber bis auf die unzähligen Eisdielen ist alles geschlossen. Vielleicht ist heute Feiertag. Freitag, 3. 6. Im Hafen der Lega Navale gibt's kostenlosen Internet Anschluss, es ist schön, mal wieder Kontakt mit der Aussenwelt zu haben. Samstag, 4. 6. Sonntag, 5. 6. Da ausserdem Starkwind aus unserer Fahrtrichtung und Gewitter gemeldet ist, gehen wir lieber wieder zurück zur Lega Navale und lassen uns die fehlenden Karten dorthin schicken. Montag, 6. 6. - Freitag, 10. 6. Brindisi ist eigentlich eine "gelebte" alte Stadt. Es gibt Stadttore, Häuser, Tempel, viele Kirchen und sogar einen Dom aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts, aber zwischen Autoverkehr findet man sie fast nicht. Zum Teil sind die Strassen so eng, dass die Fahrer öfter ansetzen müssen um um die Ecken herum zukommen. Natürlich gibt es auch ein Stauffer Castel, es liegt genau gegenüber der Lega Navale. Der Wind pfeift in den Masten, die Wolken rasen über den blauen Himmel. Ab und zu wird's schwarz. Und immer der Blick zum Eingang, ob nicht endlich der Kurier kommt. Am Freitag wird das Wetter endlich besser, viele Boote ergreifen die erste Gelegenheit, um woanders hinzukommen, auch die Holländer neben uns. Endlich am Freitag nachmittag kommt unsere Sendung, DHL scheint ja zu funktionieren, aber drum herum T I ! (That's Italy). Beim letzten Drink in der Bar des Laga Navale lernen wir zwei Engländer kennen, Susan und Robin. Sie liegen mit ihrem Boot in Gallipolli und haben sich hier nach Liegeplätzen erkundigt. Für morgen haben wir dasselbe Ziel Santa Maria di Leuca, nur von entgegengesetzten Seiten. |