Sonntag, 29. 5.
Es liess sich so gut an, halber Wind auf Trani entlang der Küste des Gargano.

Aber dann dreht er um 180 Grad und kommt direkt von vorn. Also Planänderung nach Manfredonia. Der Hafen ist ziemlich schmutzig, die Stadt nix Besonderes, ausser eben italienisches Flair mit unzähligen Eiscafes in den Strassen.

Und natürlich gibt es hier wie fast in jeder grösseren Stadt im Süden Italiens ein Stauferkastel. Dieses ist - wie könnte es anders sein in dieser Stadt - von Manfredi gebaut, dem illegitimen Sohn von Friedrich II. oder wie es hier heisst Frederico Secondo. Es wird allerdings kräftig restauriert und ist somit eine Baustelle.

Montag, 30. 5.
Über Funk werden Schiessübungen entlang der Küste gemeldet, ausgerechnet genau vor uns. Was bleibt uns übrig als einen grossen Bogen drum herum zu machen. Gesehen bzw. gehört haben wir zwar nichts, aber sicher ist sicher.

In Trani ist die Welt wieder in Ordnung, wir müssen sogar unseren Pass vorzeigen und bekommen einen Ausweis für den Zugang zum Hafen.

Von hier blickt man direkt auf den Dom, der mit allerlei Getier verziert ist.

 

Die Stadt macht einen netten Eindruck, alles sind alte Häuser, jedes Geschäft hat eine tolles Gewölbe, bzw. jedes Haus hat einen tollen Innenhof.

Dienstag, 31.5.
Circa 30 km im Land liegt das Castel del Monte, das Jagdschloss von Friedrich II. Da wollen wir gerne hin, auf Vermittlung vom Hafenmeister fährt uns ein junger Mann dorthin. Er heisst Christoforo und verdient sich im Hafen sein Pharmaziestudium. Die Fahrt geht durch endlose Olivenhaine. Das Castel del Monte ist von weitem sichtbar. Es wurde Mitte des 13. Jahrhunderts gebaut. Die achteckige Konstruktion setzt sich über die Aussenmauern auf die Innenräume fort.

Vor 7 Jahren waren wir schon mal hier auf unserer Fahrt von Saudi Arabien. Damals waren alle Räume leer, heute gibt es Informationen über den Stauferkaiser - und eine moderne Austellung mit einer Lampe aus Waschmaschinentrommeln und einem Sessel aus Wasserflaschen. Auch eine Art der Entsorgung!

In der Ferne am Meer kann man Trani erkennen.

Die Händler auf dem Markt haben schon ziemlich zusammengeräumt, aber wir bekommen noch ganz kleine frische Artischocken, die gibt es heute zum Abendessen.

 

Am Abend kommen die Fischer in den Hafen und verkaufen ihren Fang. Wir haben nicht einen grossen Fisch gesehen, nur kleine Dinger!

Hinter dem Hafen ist ein kühler grüner Park.

Charterschiffe gibt es hier nicht, dafür trifft man viele Mann-Frau Crews so wie wir, Engländer auf dem Weg nach Schottland, Schweizer von Ravenna nach Griechenland, Schweden usw. Zuallerletzt am Abend kommt eine grosse Motoryacht aus Guernsey mit englischer Flagge am Heck und riesigem bayrischen Löwen am Top. Ein älterer Mann und zwei nicht mehr junge blonde Tussis lassen sich von der russisch (oder sonst wie östlich) sprechenden Mannschaft bedienen. Die Guardia Finanza rückt an und beschäftigt sich über eine Stunde mit Schiff und Mannschaft.

bis und in Brindisi