Samstag, 21. 5.
Die Nacht ist nicht ganz so schlimm ( nur alle 3 Minuten eine Bö...) und auch der Wetterbericht klingt gut. Draussen haben wir zum ersten Mal für ein paar Stunden richtig schönen Segelwind.

Im Stonski-Kanal werden Austern gezüchtet, da ist Rainer natürlich sofort dabei.

Die Austern werden vor unseren Augen aus dem Wasser geholt, frischer geht es wirklich nicht, die schmecken sogar mir!

Auch das Steak ist super, insgesamt das beste Essen, seit wir unterwegs sind.

In der winzigen Bucht Kobas leben sechs Familien, es gibt zwei kleine Restaurants. Aber es gibt keinen Kampf um die Gäste, die Wirte besuchen sich auch gegenseitig.

Neben uns liegt die Alfadur, ein ca 16m Aluschiff. Der Skipper ist ein richtiger Seebär aus Paderborn, 79 Jahre alt, lustig und voller Geschichten. Zumindest eine davon entspricht der Wahrheit, nämlich der Smart in seinem Vorschiff. Hydraulisch wird er hochgefahren und linst neugierig übers Deck.

Sonntag, 22. 5.
Rainer bringt seinen Fernseher zum Laufen, denn heute ist Formel 1 Grand Prix Rennen in Monaco.

Montag, 23. 5.
Heute ist unser 36. Hochzeitstag. Es lässt sich ganz gut an, der Wind passt, wir zielen auf die vorgelagerte Insel Lastovo, westlicher Zipfel von Kroatien.Aber wie könnte es anders sein, weiter draussen kommt der Wind genau von hinten - zum Segeln ist es zu wenig - und grosse Wellen treffen uns von der Seite, also ein richtiger Kotzkurs. Einziger Lichtblick, wir treffen zweimal auf Delfine.

Aber da muss man halt durch, wir erreichen die Bucht Skrivena Luka kurz vor 7 Uhr. Die Muringleinen liegen so flach, dass sich eine in unserem Ruder verfängt. Der hilfreiche Mann am Steg zieht sofort sein Hemd aus und holt seine Flossen, offensichtlich kommt das öfters vor. Aber kein Problem, wir kommen auch so frei und liegen kurz darauf fest am Steg.

Dienstag, 24. 5.
Skrivena Luka heisst "versteckter Hafen", und das ist es eigentlich auch, ein kleiner Hafen mit einem netten Restaurant. Hier ist es schön, hier können wir gut die Zeit aussitzen bis uns das Wetter und der Wind passt zur Überfahrt nach Italien. Man kann ein paar Spaziergänge machen und ein paar schöne Ausblicke geniessen. Hier wage ich mich auch zum ersten Mal ins Wasser. Ziemlich kalt, aber wenn man sich überwunden hat, ist es herrlich.

Mittwoch, 25. 5.
Gegen Abend wird es voll am Steg, alle möglichen Schiffe legen hier an mit den unterschiedlichsten Besatzungen z. B. Tschechen, die bis in die Morgenstunden lärmen, Österreicher mit wilden Piratenmützen und goldbetressten Matrosenanzügen dazu schwarze Socken und Sandalen (ich hab nicht getraut sie zu fotografieren..) und ein deutsches Ehepaar wie wir unterwegs nach Italien.

Donnerstag, 26. 5.
Knapp fünf Seemeilen sind es nach Ulib, dem Hafen zum Ausklarieren nach Italien. Der Hafen selbst ist ein ziemlicher trostloser Ort, der ganze Dreck fängt sich in dem kleinen Hafenbecken.

Etwas weiter ausserhalb in den kleinen Buchten ist das Wasser allerdings glasklar.

Zu unserem Glück macht dann am Abend eine grosse Personenfähre und die grosse Autofähre in dem winzigen Hafen fest für die Nacht. Unsere neuen Freunde von gestern schicken eine SMS, sie sind wohlbehalten in Italien gelandet und werden uns morgen erwarten.

Bella Italia