von Punta Gabbiani bis Villa Rava

29. April - 4. Mai 2005
Es ist Freitag, der 29. April und wir wollen starten. Als letztes Hindernis ist unser Zweitschlüssel in der Marina nicht auffindbar! Aber nach einigen Telefonanrufen ist das auch geklärt und endlich können wir ins Wasser und unserem Start steht nichts mehr im Weg.
Die Lagune ist wie immer ziemlich versandet, aber unser geringer Tiefgang macht sich bezahlt. Die Schlempe wird etwas aufgewühlt, aber wir schaffen es nach draussen. Das Wasser der Adria ist noch nicht blau, sondern sieht aus wie poliertes Blei.

Zum Einklarieren in Kroatien müssen wir nach Umag. Die neuen Regeln für Kroatien erweisen sich als weniger schlimm als befürchtet, unser Permit gilt noch bis 1. Juli. Die Manöver beim Anlegen und an der Boje klappen auch noch. Wie sind wir doch besser geworden, hier haben Karl und ich vor zwei Jahren Fender UND Bootshaken in das Wasser geworfen auf unserer ersten Fahrt.

UmagGirafeen von UmagDie Giraffen von Umag


Das Meer ist spiegelglatt. Ausser ein paar Fischern sind am Morgen nur wir unterwegs.

Kueste Istriens

Die Marktfrau in Rovinj weiss sofort, dass Rainer Steinpilze haben möchte "wie letztes Jahr"! Irgendwie muss er einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.

Rovinj

Die Luft ist noch so frisch, dass wir das Bimini zurückklappen, damit uns die Sonne etwas wärmt. Das hat natürlich einen leichten Sonnenbrand zur Folge, aber wir sind ja noch ein bisschen vorgebräunt.

Rainer

An der Südspitze von Istrien in der Bucht "Portic" gehen wir vor Anker. Die leidige Diskussion um das Ankerlicht hat sich erledigt, ich habe eine Bauarbeiterlaterne mitgebracht und Rainer befestigt sie am Achterstag. Über den Kvarner nach Unije, das ist unser Plan. Der Wind frischt ein bisschen auf, wir können zum ersten Mal die Segel setzen. Rainer sieht einen Delfin vorm Boot springen, leider taucht er gleich wieder weg. In unserer Lieblingsbucht sind wir das erste Schiff, später kommen noch ein paar dazu. Gegen Abend machen wir das Schlauchboot klar und paddeln ans Ufer um über den Berg nach Unije zu laufen. Im Dorf herrscht grosses Remidemi, Musik und Gesang, scheinbar wird hier der 1. Mai gefeiert. Rainer ist immer noch von seinem neuen Ankerlicht begeistert.

Unjie

Ich traue meinen Augen nicht: Unser Nachbar benutzt seine Badeleiter als Toilettensitz! Nichts wie weg! Wind kommt wie immer von vorn, ist auch zu wenig zum Segeln. Ankern in einer Bucht auf der Insel Molat.

EmmaMolat

Das Wasser ist spiegelglatt, deshalb können wir die vier Delfine wunderbar sehen, die mit etwas Abstand nordwärts ziehen.

Delfine

 

Auf der Ostseite von Dugi Otok gibt es alte Marinebunker, an deren Eingang man festmachen kann und so einen sicheren Liegeplatz hat.

Bunker

Das dunkle Loch ist allerdings nicht sehr einladend, ganz im Gegensatz zur Villa Rava. Neben uns liegt ein Motorsegler, das Ehepaar kommt aus Bamberg und schippert seit etwa 20 Jahren in der kroatischen Inselwelt herum. Bis wir uns am Abend zur Nachtruhe zurückziehen, wissen wir so ziemlich alles über die beiden, einschliesslich der Krankheitsgeschichten. Aber ein paar gute Tips für Liegeplätze weiter im Süden haben wir gekommen und ganz amüsant war's doch.

Villa RavaVilla Rava

Das Dörfchen Veli Rava überm Berg ist aus seinem Winterschlaf noch nicht erwacht, obwohl die Frühlingsblumen schon da sind und Orangen auch, aber die sind vielleicht noch vom letzten Jahr.

Veli RavaOrangen

Vom letzten Jahr erinnern wir uns noch an das tolle Steak und bleiben noch einen Tag. Es muss vom Festland gebracht werden! Am Abend muss Rainer mit dem Wirt schon wieder Fussball schauen - und Schnaps trinken!

bis Trogir