Montag, 13. 6.
Nachdem das Wetter ganz passabel aussieht, verabschieden wir uns von Sophie und Sergio ( auf der "Ikarus" wird noch geschlafen) und starten. Am Anfang spielt der Wind noch mit, doch dann dreht er und kommt direkt von vorn. Also motoren bis Crotone. Schon von weitem sieht man die vier grossen Bohrinseln vor der Stadt, richtige Monster.

Der Wind bläst genau in den Hafen, die Mooringleinen sind ziemlich bescheiden, deswegen misslingt unser Anlegemanöver ziemlich, das italienische Schiff neben uns bekommt einen Kratzer ;-( Aber nicht so schlimm, ein Flasche Prosecco behebt das Problem. Unsere Nachbarn zur anderen Seite kennen wir schon, es sind die Holländer, die in Brindisi neben uns lagen.
Die Stadt Crotone hat eine ruhmreiche Vergangenheit. Sie war eine der wichtigsten Städte der Grecia Magna. Im 5. Jahrhundert BC lebte in dieser Stadt der griechische Gelehrte Pythagoras, den wir alle aus dem Mathematikunterricht kennen.Von den antiken Tempeln ist nur noch eine Säule übrig geblieben. Sie steht am Capo Colonna etwas südlich von Crotone im Meer.

Dienstag 14. 6.
Aber das alles hält uns nicht in Crotone. Wir starten schon früh am Morgen, um zu vermeiden, dass wir wieder gegen den Wind motoren müssen.
Auf Empfehlung von Sophie und Sergio gehen wir nach La Castella, ein winziger Hafen mit einer ganz schmalen Einfahrt. Nicht viel Platz, aber für uns und die nach uns kommenden Franzosen reicht es gerade noch. Der kleine Hafen ist ganz gemütlich, man merkt gar nicht, dass ein paar Strassen weiter um das Castell ein richtiger Touristenort mit Andenkenshops und Pizzerias ist.

Mittwoch, 15. 6.
Wir bleiben noch einen Tag. Schliesslich muss auch mal ein Waschtag eingelegt werden. Die "Ourobouros" mit Claude und Christiane hat morgen dasselbe Ziel wie wir.

Donnerstag, 16. 6.
Der Wecker klingelt um 4.30, kurz darauf donnert's. Claude streckt den Kopf raus und zuckt mit den Schultern. Tough luck! Um 6.00 Uhr entscheiden wir uns doch auszulaufen. Als unsere Maschine läuft, taucht Claude's Kopf wieder auf: "You go?" Nachdem wir nicken, schiesst er wie eine Hornisse auf seinem Schiff rum und startet kaum später als wir.
Da wir etwa das gleiche Tempo fahren, bleiben wir den ganzen Tag in Sichtweite. Als der Wind etwas schwächer wird, ruft er uns zu: "I take a little motor!"

Wieder sehen wir Delfine. Über dem Ufer hängt eine dicke Gewitterwolke, aber wir bekommen zum Glück nur etwas Regen ab. Am Nachmittag legt der Wind wieder zu und wir können bis Rocella segeln. Er wird sogar ziemlich stark - über 20 Knoten, klar, immer wenn es ans Anlegen geht. Die riesige Marina in Rocella ist mitten im Aufbau stecken geblieben. Jede Menge Platz, allerdings keine Mooringleinen, sonder viel zu kurze Anlegefinger. Anlegen kein Spass, aber mit Hilfe von sehr netten Motorbootfahrern (gibt es auch!) liegen "Geriatrix" und "Ourobouros" irgendwann fest. Der Wind ist so stark, dass wir eine Festmacherleine über die Mooring ziehen müssen. Wasser gibt es, kein Strom, keine Verwaltung, aber ein Restaurant mit Bier vom Fass!

Freitag, 17. 6.
Das Städtchen ist 3 km entfernt. Es könnte eine wunderschöne Corniche mit Strand sein, wenn nicht alles so vergammelt wäre. Ich finde sogar einen Friseur, nach sieben Wochen wird es Zeit. Über Rocella Ionica gibt es eine Burg, aber es ist uns (endlich!) viel zu heiss, um da hinauf zu laufen. Neben der Marina gibt es einen kleinen Strand, es ist das zweite Mal, dass ich zum Schwimmen gehe! Das Wasser ist warm und richtig schön! Am Abend werden Erfahrungen und Wetterberichte ausgetauscht. Brigitte und Egon von "Jupiter 2" wollen auch nach Korfu, vielleicht treffen wir sie wieder!

Samstag, 18. 6.
"Geriatrix" und "Ourobouros" sind kurz vor 5 Uhr unterwegs. Eine Stunde können wir segeln, dann haben wir wieder Wind "vor der Nase". Der von Sophie als Zwischenstop erwähnte Hafen Saline Joniche ist ein Trümmerhaufen. Man soll zwar reinfahren können, aber sehr einladend sieht das nicht aus.

Wir fahren lieber weiter bis Reggio di Calabria. Kurz vor der Einfahrt misst das Log plötzlich nur 1,50m obwohl es laut Karte über 100m sind. Wir finden Platz in der Marina, Claude legt an der sehr hohen Kaimauer an. Dafür zahlt er nix und wir 41 Euro! Sie wollen morgen sowieso weiter Richtung Frankreich. Bye, bye Claude und Christiane, wir bleiben in Kontakt - spätestens im September per e-mail!

 

Sonntag, 19. 6.
Am Ende müssen wir sogar 50 Euro zahlen! Das ist der teuerste Liegeplatz bisher und das mit blick auf Auto- und Eisenbahn und Duschen im Container!


Reggio di Calabria hat schöne lange Corniche mit Riesengummibäumen und Palmen.


Domy und Yves landen um 14.30 in Palermo und sind mit Bus, Bahn und Taxi am Abend im Hafen. Schön, dass sie da sind!

bis Le Castella